Dachsanierung am Wohnhaus – von Rath & Rath aus Graz für die gesamte Steiermark

Eine neue Dachdeckung erfüllt nicht nur den Zweck einer besseren Dichtheit oder eines neuen Erscheinungsbildes. Diese muss vielmehr durch das neue Wohnbedürfnis ein neues Anforderungsprofil erfüllen.

Abtragen von alten Eternitdächern oder Überdecken der alten Eternitdeckung?

Ich erlaube mir hiermit aus der Praxis zu sprechen. Das Entsorgen von alten Eternitdächern, d.h. Asbestzementdächern, ist in jedem Fall schon aus Gründen der Gesundheit zu empfehlen und stellt heute keinen hohen Kostenfaktor mehr dar. Es handelt sich hierbei meist um ein paar hundert Euro. Ein Überdecken des alten Eternitdaches – was in letzter Zeit teilweise durch falsche Beratung und zu hohe veranschlagte Entsorgungskosten zur Verunsicherung von Kunden geführt hat – ist sowohl aus finanzieller Sicht und vor allem auch aus fachlicher Sicht nicht zu vertreten! Einige Beispiele zeigen, dass überdeckte alte Eternitdächer bei hohem Schneedruck nicht standgehalten haben und somit zu einem welligen Dach geworden sind, d.h. dass die alte Dachdeckung nachgegeben hat – somit hat sich das neue Dach dem alten Dach angepasst. Ein Umstand, welcher aus fachlicher Sicht absolut nicht zu vertreten ist!


Wie gut soll ich meine ausgebaute Dachgeschossfläche dämmen?

Nach dem Abtragen der Dacheindeckung stellt sich sehr oft heraus, dass die bestehende Wärmedämmung nicht mehr ausreichend vorhanden ist. Man hat hier nun mehrere Möglichkeiten: 

  1. Es könnte nun die alte Dämmung durch eine neue und wesentlich effizientere Dämmung ergänzt werden. Das bedeutet, dass zwischen den bestehenden Dachsparren im vorgegebenen Querschnitt der Dachsparren die Dämmung eingebracht wird.
  2. Ein zweite Lösung wäre, dass man die Dachsparren aufdoppelt. Man spricht hierbei von einer „Aufsparrung“. Dies würde zur Folge haben, dass man um den erweiterten Querschnitt der Aufsparrung einen größeren Querschnitt von Wärmedämmung einbringen könnte. Hierbei könnte man auch bei einem Altbau den Vorgaben eines Energieausweises nachkommen. Ich erlaube mir jedoch zu erwähnen, dass auch bei der ersten Variante das wünschenswerte Wohnklima, d.h. eine wesentliche Heizkostenersparnis, erreicht werden könnte, wobei als Voraussetzung gilt, dass eine ausgeführte Dampfbremse notwendig ist, die den Regeln der Technik entsprechen muss, um einen Feuchteeintrag in die Dämmung zu verhindern. Wichtig ist auch die Dachboden-Raum-Entlüftung bei Spitzböden, die durch Öffnungen an den Giebelwänden oder durch Lüftergauben für ein permanentes Abtrocknen bzw. für eine Luftumspülung der Dachstuhlkonstruktion sorgen muss.

Welche Dachdeckung wähle ich?

Wichtig ist neben dem Erscheinungsbild auch, dass das richtige Deckelement aufgedeckt wird. Im Wohnbereich empfehle ich einen keramischen Tonziegel, da dieser auf Grund seiner Speicherfähigkeiten im Sommer für ein wesentlich besseres und vor allem kühleres Wohnklima sorgt (siehe auch Ziegeldach). Bei ausreichender Dämmung(!) – und gut dimensioniertem Kaltdach(!) – könnten auch Betonsteine oder ein Blechdach (z.B. PREFA) aufgedeckt werden, jedoch lohnt sich meist der Aufwand nicht, zumal das Tondach, sprich Ton-Ziegeldach, die besten Voraussetzungen für ein gutes Wohnklima schafft. Der zweite Punkt ist die Dachneigung. Die Dachneigung gibt das Deckelement bei entsprechender Dachlattenteilung (Dach-Ziegel) vor. Es besteht eine große Auswahl an unterschiedlichen Dachziegeln mit unterschiedlichen Farben, d. h. Engoben. Engoben sind mit Wasser aufgeschlämmte Tone, die vor dem Brennen auf den getrockneten Ziegel aufgespritzt werden. Die Oberflächenwirkung der Engobe ist in der Regel matt bis seidenmatt. Bei einer Glasur handelt es sich um eine Schmelze mit dem Ziegel. Mineralum- und -neubildungen geben dem Ziegel sein hochwertiges Erscheinungsbild. Die Oberfläche ist glatt und glänzend und erhöht witterungsbeständig. Als Zusammenfassung sei anzumerken, dass sowohl die Engobe als auch die Glasur dem Dachziegel ein permanentes Erscheinungsbild garantieren, d.h. es findet keine Oberflächenvermoosung oder -verschmutzung statt. Dies ist jedoch auch eine Frage der persönlichen Philosophie, denn ein altes Ziegeldach verleiht auch den Charme des Vergänglichen und strahlt somit auch eine gewisse Romantik aus.


Welche Funktion haben die Verblechungen im Erscheinungsbild?

Es gibt hierbei eine Faustregel. Verblechungen in der Dachfläche sollte man der Farbe der Dachdeckung anpassen. Die Randverblechungen, d.h. Giebelleisten, Hängerinnen und Ablaufrohre, könnten für einen zusätzlichen Akzent als Umrahmungprofile sorgen. Zu beachten ist auch die Farbe der Fassade. Handelt es ich um warme Farben (Erdfarben) oder kühlere Farben (Grau-Blau-Töne)? Auf jeden Fall wäre zu empfehlen, dass man die Randverblechungen im Zweifelsfall der Fassade anpasst und nicht der Dachfläche.


Vollwärmeschutz

Ich spreche dieses Thema auf Grund meiner praktischen Erfahrung an. Es ist ratsam, dass man zuerst das Dach sanieren lässt und erst dann die Fassade, um eventuellen Beschädigungen an der Fassade vorzubeugen. Zu beachten ist jedoch, dass die Dämmstärke des Fassaden-Vollwärmeschutzes im Vorfeld abgeklärt ist, um so die Rohrschellenhalterungen der Ablaufrohe anzupassen. Sollte die Stärke des Vollwärmeschutzes geändert werden, so müssten der Schwanenhals und das Ablaufrohr wieder geändert werden, was mit zusätzlichen Kosten verbunden wäre.


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Balkone und Terrassen

Balkone und Terrassen werden im Zuge einer Sanierung sehr oft vernachlässigt und unterschätzt. Vor allem wenn ein Vollwärmeschutz angebracht wird, lohnt es sich, die Balkone und Terrassen vorher unbedingt zu isolieren, um sich Wasserschlieren an der neuen Fassade sowie Wassereinbrüche zu einem späteren Zeitpunkt zu ersparen. Vor allem würde eine nachträgliche Sanierung einer Terrasse Probleme bei den Anschlüssen zur Fassade verursachen, was lästige Ausbesserungen der Fassade zur Folge hätte. Grundsätzlich gibt es zur Sanierung einer Terrasse mehrere Isoliermöglichkeiten, neben Beschichtungen aller Art und bituminösen Dachbahnen hat sich in letzter Zeit das Foliendach am besten bewährt. Vor allem könnten die Verblechungen mit der Folie dem Erscheinungsbild des Wohnhauses entsprechend integriert werden und für eine dauerhafte Dichtheit sorgen. Auf das Foliendach könnte man einen Geh-Belag oder Holzdielen aufbringen, welche in unterschiedlichsten Formen und Farben am Markt angeboten werden.

Ihr

Spenglermeister und Dachdeckermeister



Günther Rath




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